April 2004
Konzept für den ersten Bauabschnitt erhält großen Beifall

Wissenschaftlicher Beirat und die Vertreter der Förderer und Sponsoren diskutierten in Bad Gandersheim

Am vergangenen Dienstag informierten sich die Förderer und Sponsoren im Gandersheimer Ratssaal über den Stand des Projekts. Repräsentanten der Stiftung Niedersachsen, der Niedersächsische Sparkassenstiftung, der Stiftung der Kreissparkasse Northeim, der Niedersächsischen Lottostiftung, der STIFTUNG NORD/LB · ÖFFENTLICHE, des Braunschweigischen Vereinigten Kloster- und Studienfonds und der Avacon AG hatten sich eingefunden. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Portals Dr. Reinhard Zahn konnte Bürgermeister Heinz-Gerhard Ehmen den Sponsoren nach mehreren Jahren Vorlaufzeit verkünden "es bewegt sich etwas". Projektleiter Dr. Martin Hoernes und Dipl.-Ing. Uwe Kleineberg (für die Braunschweiger Ausstellungsgestalter, das Architekturbüro Kleineberg und Pohl und das Grafikatelier "Hinz und Kunst", Peter Wentzler) stellten dann ihr Konzept für den Ausstellungsabschnitt Stiftskirche und den Masterplan für Brunshausen zur Diskussion. Fachkundige Gesprächspartner waren der wissenschaftliche Beirat, mit Fachleuten aus Museum und Wissenschaft sowie die Vertreter der Landeskirche, des Landkreises und der Denkmalpflege.

Die Konzeption wurde anhand der vorhandenen Objekte entwickelt und nimmt diese ernst - sie erzählt die Geschichten, die hinter den Exponaten stehen. So kann der Besucher mit didaktischen Wegen die Stiftskirche neu erleben, ohne dass deren Charakter als liturgisch genutzter Raum zerstört wird. Die Stationen im Kirchenraum sind "Appetithäppchen", die dem Besucher Lust machen, die Präsentation im Westwerk zu besuchen. Dort wird ein "emotionaler Zugang" zu den Kunstschätzen ermöglicht. Der Besucher soll im ersten Raum auch fühlen, dass Reliquien "der größte Schatz" der mittelalterlichen Gläubigen waren. Ein "goldener Raum" verleiht den tausendjährigen Reliquien und Heiligenfiguren eine ganz besondere Aura. Danach erlebt der Gast den romanischen Emporenraum und kann sich in Bild und Ton durch die Jahrhunderte bewegen. Im letzten Raum finden sich schließlich die wertvollsten Pretiosen - das Hl. Blut Reliquiar, ein romanischer Tragaltar und andere Stücke. Hier ist der Zugang nüchterner - gezeigt wird, wie ehemals hochverehrte Reliquiare geplündert wurden, zu unappetitlichem Unrat verkamen, schließlich neue historische Wertschätzung erfuhren und heute Beweise für die glorreiche Vergangenheit des Frauenstifts Gandersheim sind. Der weitgehend verlorene Gandersheimer Kirchenschatz wird dort medial zum Leben erweckt. Die Präsentation in der Stiftskirche ist thematisch mit der Brunshausener Ausstellung verbunden und der Besucher wird auch dorthin geleitet. In der dortigen Klosterkirche dominiert der großartige Paramentenschatz; im fürstlichen Haus stehen die Sammlung und die Gelehrsamkeit der Fürstäbtissin Elisabeth Ernestine Antonie im Zentrum.

Nach großem Beifall signalisierten Architekt Kleineberg und Dr. Hoernes den Sponsoren und fachlichen Vertretern die Offenheit zur Diskussion des noch nicht endgültigen Konzepts. Die Konzeption des Ausstellungsbereiches in der Stiftskirche wurde allerdings von allen Seiten begeistert aufgenommen und geht nun in die Produktion. Im weiteren machte der Projektleiter deutlich, das die gesamte bereits vorhandene historische Substanz der Stadt genutzt und zugänglich gemacht werden soll. So wird es thematische Wege durch Gandersheim und das Außengelände von Brunshausen geben. Auch weitergehende "Visionen" wurden von Anwesenden geäußert. So sprach Herr Buberti vom Landkreis Northeim über eine Vernetzung und touristische Nutzung von der auch der Landkreis profitiere. Er zeigte sich durch ein "tolles Konzept" und die "hervorragend geleistete Arbeit" des Portals überzeugt und sicherte eine "vollkommene Unterstützung" zu. Herr von König (Stiftung Niedersachsen) konnte aus Sicht der Sponsoren die Frage "Zahlt es sich aus?" ebenso positiv beantworten. In der ersten Sitzung 1997 sei noch nicht absehbar gewesen, dass einmal ein so "ungeheures Zeichen der Ermutigung von diesem Projekt ausgeht". Er lobte die außergewöhnlich gute Kooperation von Förderverein, Kirche und Stadt und aller anderen Beteiligten und nannte sie "vorbildlich für zukünftige Projekte".

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Bürgermeister Ehmen, Ausstell- ungsarchitekt Kleineberg und Dr. Zahn, Vorstand des Portals zu Geschichte, diskutieren den Masterplan für Brunshausen


Ausstellungsarchitekt Kleineberg und Projektleiter Dr. Hoernes bei der Vorstellung ihres Konzepts


Interessiert folgen die Teilnehmer/innen der Präsentation