5. September 2005
Vorstellung der Konzeption für den Ausstellungsbereich Brunshausen

Am 05.09.05 wurden im Ratssaal des Bad Gandersheimer Rathauses einem interessierten Publikum, bestehend aus Mitgliedern des Gandersheimer Rates, des Kirchenvorstandes der Ev.-luth. Stiftskirchengemeinde, Vertretern des Kreistages, der Förderer und Sponsoren sowie Vorstand und Mitgliedern des Vereins "Portal zur Geschichte e.V.", weitere Fortschritte in der Planung des zweiten Ausstellungsabschnittes "Kloster Brunshausen" durch Projektleiter Dr. Martin Hoernes vorgestellt.

Im Zentrum der Präsentation, die mittels eines Modells des Architekturbüros Kleineberg & Pohl (Brauschweig) dem Publikum gut veranschaulicht werden konnte, stand die kostbare Textiliensammlung des ehrwürdigen Frauenstiftes. Die Kanonissen verarbeiteten mit großem handwerklichen Können kostbarste Stoffe, feinste Seidenfäden, Perlen und Edelsteine zu wertvollen Textilien. So entstand durch die Jahrhunderte "feinste Mode am Altar", die nun unter dem Titel "Starke Frauen - feine Stiche" dem Publikum zugänglich gemacht wird. Die restaurierten Teile der Gandersheimer Sammlung werden in drei offenen Kuben, die auch die entsprechenden Vitrinen für eine klima- geschützte Aufbewahrung der bis zu 1400 Jahren alten Stücke enthalten, in der Mitte des Kirchenraumes ausgestellt. Die Kuben selbst werden großflächig mit farbigen Details der ausgestellten Stücke bedruckt, um die Neugier der Betrachter dann auf die teilweise nur einige Zentimeter großen Fragmente und die Details der Textilien zu lenken. Für die Ausstellungsgrafik zeichnet Peter Wentzler, , Braunschweig, verantwortlich. Ein weiterer Themenbereich im Kloster Brunshausen sind die "Starken Frauen" selbst - Äbtissinnen, Königinnen, Mätressen -, die auf Glasstelen in Lebensgröße an der rechten Seite des Kirchenschiffes chronologisch aufgereiht sind und aus der großen Zeit Gandersheims berichten.

Das familienfreundliche Ausstellungsdesign beinhaltet neben einem Themenpfad für Kinder, der eigene Informationsakzente setzt, auch einen im Obergeschoß befindlichen museumspäda- gogischen Raum, in dem praktischer Umgang mit Textilien oder Arbeit mit Textilkünstlern möglich ist. Damit lässt sich für die Besucher die von den Kanonissen geleistete Arbeit aus persönlichem Erleben heraus bewerten. Gastronomische Angebote sollen das Kulturpaket abrunden. Die Teilnehmer der Präsentation zeigten sich angetan von der geplanten Ausstellungsgestaltung und bekundeten in zahlreichen Nachfragen ihr Interesse.

Neben dem projektierten zweiten Ausstellungsabschnitt, dessen Eröffnung im Frühjahr 2007 geplant ist, steht die erstmalige Präsentation des kostbaren Gandersheimer Kirchenschatzes mit goldenem edelsteingeschmücktem Altargerät, wertvollen Textilien und seltenen Reliquien kurz vor der Vollendung. In Bad Gandersheim sind außergewöhnlich viele dieser zum Teil mehr als 1000 Jahre alten Reliquien und Heiligenfiguren erhalten geblieben, angefangen bei den Gebeinen der heiligen Päpste Anastasius und Innocentius, die zur Gründung des Stifts aus Rom herbeigebracht worden waren bis hin zum kostbaren Bergkristallfläschchen mit dem Blute Christi. Die Eröffnung dieses ersten Ausstellungsabschnittes in der romanischen Stiftskirche wird bereits am 05.03.2006 stattfinden.

Förderer und Sponsoren der umfangreichen Maßnahmen bilden eine schlagkräftige Allianz: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Stiftung Niedersachsen, Niedersächsische Sparkassenstiftung mit Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim, STIFTUNG NORD/LB · ÖFFENTLICHE, Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, Niedersächsische Lottostiftung, E.ON Avacon AG, Landkreis Northeim, Land Niedersachsen.

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