August 2005
Portal zur Geschichte setzt auf Kooperationen

Es geht weiterhin voran beim Portal zur Geschichte: Für den Ausstellungsbereich I. in der Stiftskirche wurden kürzlich bereits die ersten Vitrinen und Exponate angeliefert. Die Eröffnung wird am 5. März 2006 stattfinden. Für den Ausstellungsbereich II. in Brunshausen liegen eine Grobkonzeption und ein erstes Modell vor. Auch hier lässt sich der ehrgeizige Zeitplan mit einer Eröffnung im Frühjahr 2007 einhalten. Ohne die vielfältige Unterstützung durch die Partner des Portals zur Geschichte wären die guten Fortschritte nicht denkbar. Deshalb seien sie hier vorgestellt.

Geld und Rat
An vorderster Stelle steht in der Aufbauphase die Stadt Bad Gandersheim, die das „Portal“ durch Frau Race, mit Büroräumen, bei der Gestaltung der Homepage (www.portal-zur-geschichte.de) und in der Bürologistik unterstützt. Auch die Stiftskirchengemeinde oder die „Offene Kirche“ gewähren bei Aktionen oder der täglichen Arbeit Unterstützung.
Eine schlagkräftige Allianz von Stiftungen des Landes hat das Projekt möglich gemacht und bislang gefördert: Stiftung Niedersachsen, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Stiftung der Kreissparkasse Northeim, STIFTUNG NORD/LB · ÖFFENTLICHE, Niedersächsische Lottostiftung, Braunschweigischer Vereinigter Kloster- und Studienfonds. Deren Engagement hörte aber damit nicht auf. Die Vertreter der Stiftungen brachten ihre Erfahrungen bei mehreren Arbeitssitzungen zur Konzeption ein; der Hauptsponsor Avacon half bei der Auswahl einer PR-Agentur zur Bewerbung des Portals zur Geschichte.
Die Stiftung Niedersachsen hat schließlich mit einer großzügigen Unterstützung den Druck und die opulente Bebilderung des Tagungsbandes „Gandersheim und Essen ...“ ermöglicht, der ab jetzt zu bestellen ist.

Rat und Tat
Kooperationen bestehen aber auch mit zahlreichen Institutionen, die tatkräftige Hilfe gewähren. Unentgeltliche Restaurierungen von Exponaten erfolgten am Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover und in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel.
Mit der Hochschule für Angewandte Kunst in Hildesheim verbindet das Portal zur Geschichte bereits eine langjährige Partnerschaft. Dort werden im Fachbereich Konservierung/Restaurierung Arbeiten vergeben, die unsere zukünftigen Exponate untersuchen und sichern. Die „Aktion“ Schrank, bei der im Rahmen des Internationalen Museumstags ein barocker Archivschrank in Gandersheim restauriert wurde, hat sich aus dieser Zusammenarbeit entwickelt. Möglicherweise finden sich dort Studenten, die ein Klimakonzept für die Ausstellungsräume erarbeiten. Ein Höhepunkt wird die Projektwoche unmittelbar vor der Ausstellungseröffnung im März 2006 sein. Hier helfen die Studenten dieses Jahrgangs, die Exponate fachgerecht aus den Depots zu holen und aufzustellen.
Unbezahlbar sind der Rat und die Unterstützung, die die Textilrestauratorinnen des Herzog Anton Ulrich-Museums gewähren. Auch die Paramentenwerkstatt der von Veltheim-Stiftung beim Kloster St. Marienberg steht uns mit Rat und Tat zur Seite. Dennoch interessiert sich inzwischen noch eine weitere Institution für unsere frühmittelalterlichen Textilien. Die Schweizer Abeggstiftung ist an der Erforschung, Restaurierung und vielleicht sogar der Publikation der Stücke interessiert. Die Abeggstiftung ist die weltweit bedeutendste Institution, die sich mit historischen Textilien beschäftigt. Das Projekt bekäme durch eine Kooperation nicht nur finanzielle Unterstützung bei der Restaurierung. Das Portal zur Geschichte etabliert sich durch dieses Netz von Kontakten als ernsthafter Partner in der Museumslandschaft. Dadurch schafft Portal zur Geschichte schon jetzt wichtige Voraussetzungen für spätere Sonderausstellungen. Denn nur einem seriösen Partner werden andere Museen ihre Schätze anvertrauen.

Wissenschaftlicher Beirat
Viele Kontakte und Aktionen kommen mit Hilfe des Wissenschaftlichen Beirats zu Stande. Im Max-Planck-Institut für Geschichte hilft uns Dr. Caspar Ehlers. An der Universität Göttingen haben Dr. Katrinette Bodarwé und Prof. Dr. Hedwig Röckelein. immer ein offenes Ohr, wenn wissenschaftliche Fragen auftauchen. Frau Röckelein ist zudem Mitherausgeberin des Gandersheimer Tagungsbandes. Prof. Dr. Jochen Luckhardt, der Direktor des Herzog Anton Ulrich Museums in Braunschweig, ermöglichte die Restaurierung der Gandersheimer Kasel aus dem 9. Jh. in seinen Werkstätten. Dr. Peter Königsfeld (ehem. Landesamt für Denkmalpflege) unterstützt uns derzeit bei der Recherche nach den nach Coburg und anderswo verbrachten Stücken aus ehemals Gandersheimer Besitz.
Frau Rechenberg (Museumsverband Südniedersachsen), Frau Ebner von Eschenbach (Paramentenwerkstatt Helmstedt) und Prof. Dr. Johannes Zahlten tragen immer wieder zur Klärung offener Fragen bei. Aus dem fernen Rostock schließlich unterstützt Prof. Dr. Hartmut Möller von der Hochschule für Musik und Theater die Recherche nach Musik aus der Zeit Roswithas und der Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen.

Das Portal zur Geschichte ist nicht alleine, sondern inzwischen in ein dichtes Netz von Kooperationen eingebunden. In Bad Gandersheim unterstützen uns über 70 engagierte Bürger und Sie können dafür sorgen, dass es noch mehr werden - denn nach der Eröffnung von Ausstellungsbereich I., dessen Präsentation im ersten Jahr nahezu kostenneutral erfolgen soll, sind wir auf tatkräftige Mithilfe angewiesen. Gemeinsam werden wir die Eröffnung und den Betrieb des Portals zur Geschichte erfolgreich meistern.

[zurück]