15. Juli 2005
Millionen am Haken! Millimeterarbeit am Portal zur Geschichte in Bad Gandersheim

Derzeit entsteht in Bad Gandersheim eines der wichtigsten kulturhistorischen Projekte Niedersachsen. Das Portal zur Geschichte wird dort die über 1000jährige Geschichte und die Schätze des ehemaligen Reichsstifts erstmals vor Ort zugänglich machen. Nach mehrjähriger Planungsphase werden nun die ersten Exponate und Vitrinen angeliefert.

Experten der Spezialfirma aus Lauta bauten zunächst einen mobilen Kran in der romanischen "Kaiserloge" auf, um Fundament und Scheiben der großen Vitrine, die nach Fertigstellung ein mehr als 1000jähriges Messgewand präsentieren wird, in das Obergeschoss heben zu können. Die über 150 kg schwere Basis sowie die 260 x 180 cm großen Scheiben wurden innerhalb weniger Stunden über die Loge und durch die seitlichen Fensterbögen in die Ausstellungsräume transportiert, wobei die Scheiben mit einem Freiraum von nur wenigen Zentimetern hindurchpassten. 

Dann folgte das im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig restaurierte Messgewand mit einem Versicherungswert von 1.000.000,-- €. Während des Transports war das hochempfindliche Stück durch einen "Druckverband" aus Schaumstoff gesichert. Eine Restauratorin überwachte den Transport. Erstmals seit vielen hundert Jahren hat das Exponat aus der Zeit, als Sachsen christianisiert wurde, nun einen gesicherten und optimal klimatisierten Aufbewahrungsort in der neuen Vitrine. 

Der Aufbau der Spezialvitrine in dem von der Stiftung Niedersachsen geförderten Ausstellungsbereich I der Gandersheimer Stiftskirche ist ein weiterer wichtiger Schritt im engen Zeitplan des Portals zur Geschichte bis zur Teileröffnung im März 2006.

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