Januar
2005
Vergessene
Schätze in neuem Licht
Vollständige
Fotodokumentation des Gandersheimer Domschatzes durch "Foto Marburg" bereitet die Ausstellung
"Portal zur Geschichte" vor
Pünktlich zum neuen
Jahr traf verspätete Weihnachtspost beim Portal zur Geschichte
in Bad Gandersheim ein. Zwei Kartons mit Abzügen und 20
Disketten sind das Ergebnis einer einwöchigen Fotokampagne,
die "Foto Marburg" im vergangenen Sommer durchführte. Das
vierköpfige Fotografenteam hielt Reliquien,
Altargerät, Bilder und mittelalterliche Textilien sowie die
Architektur im Innenraum der Stiftskirche St. Anastasius und St.
Innocentius auf rund 500 Fotos fest. Auch die Innenaufnahmen der
Georgskirche und der Klosterkirche Clus konnten bereits abgeschlossen
werden. In diesem Jahr sollen auch die Außenaufnahmen der
Stiftskirche folgen. "Eine derartig professionelle Fotokampagne im Wert
von ca. 10.000,-- € hätten wir uns aus dem
Ausstellungsetat nie leisten können. Die Bilder sind ein
echter Schatz für eine neue Kultureinrichtung." freute sich
Projektleiter Dr. Martin Hoernes. Mit seiner Gesamtdokumentation
leistet Foto Marburg einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung des
Ausstellungsprojekts "Portal zur Geschichte", das ab März 2006
die Geschichte des Reichsstifts auf neue Weise für den
Besucher erschließen soll.
Foto Marburg macht seit 1913 professionelle
Aufnahmen von kunstgeschichtlich bedeutenden Objekten, die Forschung
und Lehre sowie Kunstinteressierten zur Verfügung gestellt
werden. Der "Marburger Index" verzeichnet inzwischen 1,4 Millionen
Fotografien aus zahlreichen Bildarchiven, Denkmalämtern,
Instituten und Museen und zählt zu den international
renommierten Dokumentationszentren für Kunstgeschichte.
Das "Portal zur Geschichte" ist
keine Museumsausstellung im herkömmlichen Sinne. Im Zentrum
steht ein liturgisch genutzter Kirchenraum, die Stiftskirche der
Kanonissen, ein Baudenkmal von nationalem Rang. In der romanischen
Stiftskirche und an anderen Orten der Stadt soll die Geschichte des
Reichsstifts erfahrbar gemacht werden. Besucherrinnen und Besucher
sollen anschauliche Eindrücke vom Leben in historischen Zeiten
(Mittelalter, Barock) gewinnen. Die Nachempfindung und Inszenierung der
Lebenswelt in Stift und Stadt Gandersheim wird von der Spurensuche am
Objekt sowie von musealen und interaktiven Präsentationen
begleitet. Der kostbare Kirchenschatz, der bislang lediglich auf
auswärtigen Sonderausstellungen zu sehen war, soll erstmals in
einer dezentralen Dauerausstellung gezeigt werden. Insbesondere soll
das verzweigte Schicksal einzelner Stücke sowie des
Kirchenschatzes insgesamt dargestellt werden. Einen Glanzpunkt der
neuen Ausstellung bietet die kostbare Textiliensammlung des Stiftes.
Mit einem Investitionsvolumen von 2 Mio. € entsteht in
Gandersheim eines der bedeutendsten kulturhistorischen Projekte in
Niedersachsen.
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