16. Februar 2010
Amerikanischer Wissenschaftler forscht in Gandersheim
Auch fast 30° Celsius Temperaturunterschied konnten ihn nicht abschrecken: 
Aus dem sonnigen Kalifornien kam dieser Tage der amerikanische Wissenschaftler Scott Wells nach Bad Gandersheim, um die Geschichte des Frauenstifts vor Ort zu erforschen. Dr. Wells, Associate Professor für Geschichte an der State University in Los Angeles, beschäftigt sich vor allem mit dem Frauenstift im frühen Mittelalter und seinen Verbindungen zum ottonischen Herrscherhaus. Seine Forschungsreise führt ihn außer nach Bad Gandersheim auch in das Staatsarchiv und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel und in die Bibliothek der Veste Coburg, wo seit 1810 das kostbare karolingische Stiftsplenar aus Gandersheim aufbewahrt wird.

Neben seinen Recherchen in Bibliotheken und Archiven stehen auf seinem Reiseplan auch Gespräche mit den verschiedenen Wissenschaftlern in Deutschland, die sich mit Themen rund um das Gandersheimer Frauenstift beschäftigen. Sein Besuch in Bad Gandersheim und in der Ausstellung Portal zur Geschichte zählten für Scott Wells zu den Höhepunkten seiner Reise, war er doch hier erstmals am authentischen Ort seines Forschungsthemas. Über die Präsentation im Kloster Brunshausen und in der Stiftskirche zeigte sich der sympathische Historiker begeistert.  Mit Scott Wells erweitert sich das Netzwerk derjenigen Wissenschaftler, die in den Vereinigten Staaten zu Gandersheimer Themen forschen. So beschäftigt sich eine Professorin der Columbia University in New York mit hochmittelalterlichen Textilien, die in Brunshausen ausgestellt sind. Sie hatte anlässlich einer Tagung in Brunshausen, auf der sie im vergangenen Herbst zu Gast war, Portal zur Geschichte und die reichen, aber immer noch wenig bekannten Ausstellungsstücke kennengelernt. Auf jeden Fall darf man gespannt sein auf die Forschungsergebnisse zu Gandersheim aus amerikanischer Sicht. 

[zurück]