| Die kunstsinnige Äbtissin ELISABTEH ERNESTINE ANTONIE VON SACHSEN-MEININGEN (*1681, +1766) |
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| Im Jahre 1713 übernahm mit Elisabeth
Ernestine Antonie, Prinzessin von Sachsen-Meiningen und Enkeltochter
des Herzogs Anton Ulrich zu Braunschweig-Wolfenbüttel, eine
der bedeutendsten nachreformatorischen Äbtissinnen die
Regierung des Reichsstiftes Gandersheim. Schon in ihrer Jugend am
Meininger Hof fühlte sich Elisabeth Ernestine Antonie den
Künsten verbunden, sang und spielte selbst Theater. In ihrer
53-jährigen Gandersheimer Regierungszeit erbaute sie eine neue
Abtei und ein Sommerschloss auf dem Gelände des Klosters
Brunshausen. Dazu legte sie umfangreiche Sammlungen und eine neue
Bibliothek an. Das hier gezeigte Bildnis der Äbtissin befindet sich neben zahlreichen weiteren Portraits von Stiftsdamen sowie weltlichen und geistlichen Würdenträgern im barocken Kaisersaal der Gandersheimer Abtei und wurde um 1734 vom Hofmaler Johann Peter Harburg geschaffen. Es erzählt von den Interessen und Werken der kunstsinnigen Äbtissin: ![]() Drei Figuren auf Rokoko-Konsolen verweisen auf die Skulpturensammlung der Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie in Brunshausen. Im Jahre 1725 enthielt sie mehr als 160 Stücke. Die Bücher dokumentieren die wissenschaftlichen Interessen der Äbtissin, auf den Buchrücken sind die Titel zu lesen: Philosophie / Experim. / Natur.Gesch., Historia Antiqua et Moderna, Geographie, Geometrie, Architektur, Optica, Mechanik, Res Nat., Heraldik und Mythologie. Die kostbare und standesgemäße Kleidung der Äbtissin und Fürstin ist auf dem Gemälde gut zu erkennen. Sie trägt wie alle Gandersheimer Kanonissen des 18. Jahrhunderts den besonderen Orden des Stiftes, ein Kruzifix mit dem "Adamsschädel" an einer blauen Schärpe. Das Hündchen auf dem Schoß der Äbtissin endete nach einem zeitgenössischen Verzeichnis vermutlich ausgestopft in der Naturaliensammlung zu Brunshausen. Unter der Nummer 127 findet sich der Eintrag: "Ein ausgestopfter Hund, so ein Favorit-Hund gewesen von der Höchstselben Durchl. Fr. Äbtissin." Der zweite Schoßhund - auf dem Portrait ist er zu Füßen der Elisabeth Ernestine Antonie abgebildet - befand sich später, ebenfalls präpariert, in der Gemäldegalerie der Abtei. Das Sommerschloss zu Brunshausen ist im Hintergrund des Gemäldes zu erkennen. Stolz und selbstbewusst weist Elisabeth Ernestine Antonie auf ihre Residenz, die Zeitgenossen als "Die Herrlichen Anstalten zu Brunshausen" lobten und mit dem Schloss Salzdahlum ihres Großvaters, Herzog Anton Ulrich zu Braunschweig-Wolfenbüttel, verglichen. Auf der linken Seite des Gemäldes sind die Sammlungen der Äbtissin vorgestellt: ![]() Münzen, Versteinerungen, Muscheln und Mineralien, grafische Sammlungen. Noten und Klavicord spielen auf die musikalischen Interessen der Äbtissin an. Der Tisch mit den Sammlungen ist bedeckt mit einem kostbaren Behang. Dieses und eine Reihe ähnlicher Behänge, die einst die Gandersheimer Stiftskirche schmückten, sind bis heute erhalten und werden in der Ausstellung "Portal zur Geschichte" zu sehen sein. Als Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen bald nach ihrem Amtsantritt im Jahre 1713 begann, einen Teil des alten Klosters Brunshausen zu einer Sommerresidenz umzubauen, war sie sich der besonderen geschichtlichen Bedeutung dieses Ortes bewusst. Das "Haus des Brun" stand am Anfang des berühmten Reichsstiftes Gandersheim, auch wenn man dies der zu Beginn des 18. Jahrhunderts recht verfallenen Anlage kaum angesehen haben dürfte. So ist das Projekt "Sommerschloss" auch ein Stück Traditionspflege. In seinen Räumen und Sammlungen sollte die ruhmreiche Stiftgeschichte dargestellt und die lange Bildungstradition des Stiftes bewusst fortgesetzt werden. ![]() Diese Tafel ist in die Mauer des "Fürstlichen Hauses" eingelassen. Der Text verdeutlicht die Absichten der Äbtissin auf sehr anschauliche Weise. Oberer Teil der Tafel: Gloria in excelsis Deo. Redit in lucem subterranea hactenus Brunonis domus, Lutholphi Saxoniae ducis, munificentia Elisabethae Ernestinae Antoniae, Abbatissae Gandesiensis XLVII, ducis Saxoniae. Anno salutis M.D.CCXVII. Deutsche Übersetzung: Ehre sei Gott in der Höhe. Es kehrt zurück in das Licht, was bisher verborgen war, das Haus des Brun von Liudolf, Herzog von Sachsen, durch die Freigebigkeit der Elisabeth Ernestine Antonie, 47. Äbtissin von Gandersheim, Herzogin von Sachsen. Im Jahr des Heils 1717. Unterer Teil der Tafel: Ortus ab occasu nomen laudesque manebunt. Die freie Übersetzung aus dem Latein - der Spruch zitiert einen Vers des Dichters Vergil - lautet etwa so: "Was untergegangen war, entsteht von neuem. Nie vergehen werden Deine Ehre, Dein Name und Dein Ruhm." Mit anderen Worten: Brunshausen - Auferstanden aus Ruinen dank der kunstsinnigen Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie. Anne-Katrin
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