| Kunstvolle
Inszenierung der Vergänglichkeit Grabmal der Äbtissin Elisabeth Ernestine Antonie von Sachsen-Meiningen |
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| Schon zu Lebzeiten ließ sie ihren Sarkophag von Hofbildhauer Johann Kaspar Käse anfertigen. Das Grabmal, das heute in der Andreaskapelle zu sehen ist, war ursprünglich in einer später abgerissenen Grabkapelle südlich vom Chor aufgestellt. Die Figur der verstorbenen Fürstäbtissin, die heute in einer Nische über dem Grabmal zu sehen ist, kniete ehemals vor ihrem Sarkophag. An den Wänden befinden sich die Epitaphien der Mitglieder ihres Hofstaates, ihres Oberhofmeisters Johann Anton Kroll von Freyen und der Hofdamen Margarethe Esther Kroll von Freyen, Christina Elisabeth von Griesheim und Christine Frederice von Bonsard. Auch die Epitaphien stammen von Johann Kaspar Käse. Die Figur der knienden Fürstin ist in ein prächtiges barockes Gewand gekleidet, das sich in üppigen Falten um ihren Körper legt. Spitze schaut an den Ärmel und am Kragen aus dem schweren Stoff heraus. Sie kniet auf einem mit Schmucksaum verzierten Kissen und hält ihre gefalteten Hände leicht nach rechts erhoben, den linken Ellbogen streckt sie dabei vor den Körper. Ihr linkes Bein ist außerdem leicht vorgeschoben, so dass die Figur insgesamt recht dynamisch wirkt. Zwei Putti beklagen auf dem Sarkophag den Tod der Äbtissin, einer hält eine Trompete an die Lippen, der andere weist auf eine Tafel mit Inschriften, in denen an Elisabeths Verwandtschaft mit dem sächsischen Herrscherhaus und Stiftsgründer Graf Liudolf erinnert wird. Stiftswappen mit Ordensband und Fürstenkrone am Fußende des Sarkophags verweisen auf den Status Elisabeths als geistliche Reichsfürstin. Auf einem Kissen am Kopfende, das sich leicht unter der Last eindrückt, ruhen Bischofsstab und Mitra, die an den geistlichen Rang der Äbtissin erinnern. Elisabeth Ernestine Antonie von
Sachsen-Meiningen
hat in ihrem Testament genau geregelt, wie es mit der Führung
des Stifts
weitergehen sollte. Auch die Begräbnisfeierlichkeiten plante
sie und schrieb
sie in ihrem Testament nieder. Dabei legte sie fest: „da
die Begräbnis Capelle so klein und fast von dem
marmornen Sarg ganz ausgefüllet ist, dass sie so einen gantzen
Leichen Conduct
nicht fassen könnte und es den Trägern bei so
bewandten Umständen, nun fast
unmöglich fallen würde, meinen Leib ohne Beysetzigung
des marmornen Monuments
in denselben zu versenken, selbst haben beschlossen, dass dieselbe,
wenn sie
einige Tage im Lese-Saal gestanden, so bald als möglich und
ohne weitere Order
zu erwarten, des Nachts gegen 12 Uhr
und ohne alle Ceremonien, von
meinen eigenen Bedienten, und mit den dazu benötigten
Handwerks Gütern in die Begräbnis-Capelle
gebracht, in den Marmore Tombe versenket, und mit dem Deckel
verwahret werden soll. Den folgenden Tag
am
Abend gegen 6 Uhr soll aber nach meiner Verordnung die Rede und der
Gottesdienst in der Stiftskirche gehalten werden, zu dem auf dem
Hohen-Chor an
statt des echten Sarges mit der Leiche nur ein Spriegel, also ein
hölzernes
Gerüst mit einer schwarzen Decken behangen, hin gesetzet
werden soll.“ Während ihr Leichnam also längst und ohne jegliche Zeremonien im Sarkophag beigesetzt sein sollte, sollte dem Beerdingungsgottesdienst nur eine Sarg-Attrappe beiwohnen. Von
Johann Kaspar Käse,
der den Sarkophag und die vier Sandsteinepitaphien schuf, stammt auch
der so
genannte Elisabethbrunnen an der Südseite der ehemaligen
Abtei, den
Oberhofmeister Johann Anton Kroll der Fürstin einst geschenkt
hatte. Er zeigt
sie als Wohltäterin, die einem Bettler Brot gibt, und setzt
sie damit mit der
Heiligen Elisabeth von Thüringen gleich, die als Patronin der
Bedürftigen gilt.
Die Fürsorge für die Notleidenden Gandersheims war
eine der wichtigsten
Aufgaben, mit denen sich die geistliche Reichsfürstin befasste. Franziska
Götz
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